Kirchenschatz der Basilika St. Margareta, Führung des Kulturkreises am 12. April 2013

Ein Traum vieler Gerresheimer wurde im Jahr 2013 Wirklichkeit:

Dank großzügiger Spenden und ehrenamtlicher Tätigkeit können nach Jahrzehnter langer provisorischer Unterbringung ausgewählte liturgische Gegenstände aus dem Kirchenschatz der Basilika St. Margareta in einem eigenen Raum gezeigt werden. Er befindet sich in der bislang als Taufstätte genutzten kleinen Kapelle südlich des Chores, eines der ältesten Bauteile der Kirche.

Zuvor wurden die kunstgeschichtlich wertvollsten Reliquiare, Kelche, Paramente und auch das ottonische Evangeliar aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht und zum Teil neu bewertet.

Frau Dr. Beate Johlen-Budnik, die als Kunsthistorikerin das Projekt „Schatzkammer“ über Jahre ehrenamtlich begleitet und entscheidend beeinflusst hat, führte Mitglieder des Kulturkreises am 12. April durch den mit schlichten, aber sehr gut ausgeleuchteten Vitrinen ausgestatteten Raum, der den Kostbarkeiten aus über 1000 Jahren einen würdigen Rahmen gibt.

In einer spannenden und lebendigen Zeitreise zeigte sie anhand ausgewählter Objekte die Geschichte des hochadeligen Damenstiftes Gerresheim auf.

Reliquiar

Reliquiar

Das über 50 Zentimeter hohe gotische Heilig-Blut-Reliquiar aus dem 15. Jahrhundert symbolisiert den Glanz des Stiftes nach Außen und eine Ehrerzeugung gegenüber Gott. (Abb. 1, Foto Sibylle und Marcus Pietrek). Gerresheim wurde durch die Blutsreliquie und der Verehrung weiterer Heiliger eine bedeutende Pilgerstätte.

 

 

 

 

 

Deckel-Fragment eines hausförmigen Reliquienbehälters

Deckel-Fragment eines hausförmigen Reliquienbehälters

Ganz im Gegensatz zur Pracht aus Gold und Silber wird das unscheinbare, aber kunstgeschichtlich hochwertige Deckel-Fragment eines hausförmigen Reliquienbehälters aus Lindenholz (Abb. 2; Foto Sibylle und Marcus Pietrek) in einer der Vitrinen gezeigt.

Angenagelte Beinplättchen mit Verzierungen datieren es um 900, also in die Gründungszeit des Stiftes. Gefunden wurde es eingemauert in der Außenwand der Apsis der Basilika. Zusammen mit einem Knochenfragment als Inhalt gehört es zu den ältesten Reliquienfunden nördlich der Alpen.

Gaby und Peter Schulenberg